Onlinekurs Preis festlegen: Was du 2026 verlangen kannst (mit Beispielen)
Onlinekurs Preis festlegen ohne Bauchgefühl: Preisstufen von 29 bis 2'000 €, die 4 Faktoren, die den Preis bestimmen, Zahlungsmodelle und konkrete Preisbeispiele für Creator.
David Vrhovac ·
Der Preis entscheidet, ob sich dein Kurs lohnt
Du hast Wochen in deinen Onlinekurs gesteckt: Lektionen aufgenommen, Arbeitsblätter gebaut, die Verkaufsseite geschrieben. Und dann kommt die Frage, an der die meisten Creator hängen bleiben: Was soll das Ding kosten?
Die meisten entscheiden aus dem Bauch – und landen zu tief. Dieser Artikel gibt dir ein System: die vier Faktoren, die den Preis bestimmen, realistische Preisstufen mit Beispielen, die passenden Zahlungsmodelle und einen Fahrplan, wie du den Preis testest und Schritt für Schritt erhöhst. Wenn du noch beim Kursaufbau bist, starte mit unserem Leitfaden Onlinekurs erstellen und komm danach hierher zurück.
Warum fast alle Creator ihren Onlinekurs zu günstig verkaufen
Der Klassiker: Du vergleichst dich mit Udemy, siehst Kurse für 14,99 € und denkst, mehr kannst du nicht verlangen. Aber Marktplatz-Preise sind Rabattpreise – Udemy verkauft über Masse und Dauer-Sales, nicht über Vertrauen zu dir als Person.
Der zweite Grund ist Unsicherheit. Ein tiefer Preis fühlt sich sicher an, weil weniger Menschen «Nein» sagen. Nur: Ein 19-€-Kurs braucht 158 Verkäufe für 3'000 € Umsatz. Ein 197-€-Kurs braucht 16. Für 16 Verkäufe reicht eine kleine, warme Community – für 158 brauchst du eine Marketing-Maschine.
Und der dritte Grund: Creator rechnen ihren Aufwand hoch und nicht das Ergebnis. Wie viel Zeit du gebraucht hast, interessiert deine Kunden nicht. Sie zahlen für das, was sie danach können, haben oder sind.
Die 4 Faktoren, die den Preis deines Onlinekurses bestimmen
Bevor du eine Zahl festlegst, beantworte diese vier Fragen ehrlich:
- Ergebnis: Was ist die konkrete Veränderung nach dem Kurs? «Excel-Grundlagen» ist wenig wert, «In 4 Wochen deine Buchhaltung selbst machen und 1'200 € Steuerberater-Kosten sparen» ist viel wert. Je messbarer das Ergebnis, desto höher der Preis.
- Zielgruppe: Wer kauft – und was ist dieser Person das Ergebnis wert? Ein Kurs für Selbständige, die damit Geld verdienen, kann mehr kosten als ein Hobby-Kurs. Business-Themen (Marketing, Verkauf, Finanzen) liegen fast immer über Hobby-Themen.
- Betreuung: Ein reiner Videokurs zum Selbstlernen ist die günstigste Stufe. Sobald du Feedback gibst, Live-Calls anbietest oder eine Community betreust, steigt der Preis – weil deine Zeit drinsteckt.
- Vertrauen: Wie bekannt bist du in deiner Nische? Am Anfang trägt der Preis dein Ergebnis-Versprechen, später trägt ihn dein Name. Deshalb kannst du mit jedem Erfahrungsbericht und jedem Launch nachlegen.
Diese vier Punkte erklären, warum derselbe Kurs bei einem Creator 79 € und bei einem anderen 790 € kostet – und beide verkaufen.
Preisstufen für Onlinekurse: von 29 bis 2'000 €
Im deutschsprachigen Markt haben sich vier Stufen etabliert. Sie sind keine Regel, aber eine gute Landkarte:
- Mini-Kurs oder Workshop (29 bis 79 €): 1 bis 2 Stunden Inhalt, ein klar abgegrenztes Problem. Ideal als Einstiegsprodukt oder als erster Kurs überhaupt. Beispiel: «Reels schneiden in CapCut – der 90-Minuten-Workshop».
- Hauptkurs (99 bis 299 €): 4 bis 8 Module, Arbeitsblätter, ein komplettes Ergebnis zum Selbstlernen. Hier liegt der Sweet Spot für die meisten Creator. Beispiel: «Der Instagram-Fahrplan: Von 0 auf 1'000 Follower mit System».
- Signature-Programm (300 bis 900 €): dein Hauptkurs plus Betreuung – Q&A-Calls, Community, Feedback auf Aufgaben. Beispiel: «Buchhaltung für Selbständige – 6 Wochen mit Live-Sprechstunde».
- Premium-Programm (1'000 bis 2'000 € und mehr): kleine Gruppe, direkter Zugang zu dir, oft mit Einzel-Sessions. Beispiel: «Launch-Mentoring: Wir bringen deinen ersten Kurs in 8 Wochen live».
Die Faustregel: Jede Stufe darüber verdoppelt oder verdreifacht den Preis, nicht die Menge an Videos. Mehr Betreuung und ein grösseres Ergebnis rechtfertigen den Sprung – nicht mehr Stunden Material.
Preisbeispiele: 3 Creator, 3 Preise
Damit die Stufen greifbar werden, drei typische Situationen:
- Lena, Yoga-Lehrerin, 2'400 Instagram-Follower: Ihr erster Kurs ist ein 4-Wochen-Programm «Rückenschmerzen loswerden mit 15 Minuten am Tag». Reiner Videokurs, kein Support. Preis: 89 €. Beim ersten Launch kaufen 21 Personen – 1'869 € Umsatz aus einer kleinen Community.
- Marc, Steuerberater, kleine LinkedIn-Reichweite: Kurs «Buchhaltung für Selbständige in der Schweiz» mit 6 Modulen, Vorlagen und einer monatlichen Live-Sprechstunde. Preis: 490 €. Sein Publikum spart mit dem Kurs echtes Geld, deshalb funktioniert der Preis auch ohne grosse Reichweite.
- Sara, Fotografin, 40'000 TikTok-Follower: Mini-Kurs «Lightroom-Presets selbst bauen» für 39 € als Einstieg, danach Upsell auf ihren Hauptkurs für 249 €. Der günstige Kurs bringt Volumen, der Hauptkurs den Gewinn.
Alle drei Preise sind richtig – weil sie zu Ergebnis, Zielgruppe und Betreuung passen.
So rechnest du rückwärts vom Umsatzziel
Statt zu fragen «Was kann ich verlangen?», frag «Was muss ich verlangen, damit sich das lohnt?». Die Rechnung dauert zwei Minuten:
- Umsatzziel festlegen, zum Beispiel 3'000 € pro Monat aus dem Kurs.
- Realistische Verkäufe schätzen: Bei einer E-Mail-Liste von 500 Kontakten und einer Conversion von 2 bis 3 % sind das 10 bis 15 Käufe pro Launch.
- Teilen: 3'000 € geteilt durch 12 Käufe ergibt 250 €. Das ist dein Mindestpreis, nicht dein Wunschpreis.
Wenn das Ergebnis dich erschreckt, hast du zwei Hebel: den Preis über mehr Betreuung rechtfertigen – oder die Liste vergrössern. Wie das geht, zeigt unser Guide E-Mail-Liste aufbauen. Was du nicht tun solltest: den Preis halbieren und hoffen, dass sich die Verkäufe verdoppeln. Das passiert praktisch nie.
Einmalzahlung, Ratenzahlung oder Abo?
Der Preis ist die eine Entscheidung, das Zahlungsmodell die andere – und es beeinflusst die Conversion oft stärker als 20 € mehr oder weniger.
- Einmalzahlung: der Standard für Kurse bis 300 €. Einfach, keine Ausfälle, sofort Cashflow.
- Ratenzahlung: ab etwa 300 € fast Pflicht. Drei Raten à 179 € fühlen sich für viele leichter an als 497 € auf einmal – auch wenn die Summe höher ist. Preise die Raten leicht teurer als die Einmalzahlung, damit die Einmalzahlung attraktiv bleibt.
- Abo: sinnvoll, wenn du laufend neuen Inhalt lieferst oder eine Community betreust. Dann ist es aber eher eine Membership als ein Kurs – lies dazu Membership aufbauen.
Bei Creatordoor kannst du alle drei Modelle für denselben Kurs anbieten, inklusive Kauf auf Rechnung und Ratenkauf über Klarna – ohne eigene Zahlungsanbindung. Was welche Zahlungsmethode für deine Zielgruppe bedeutet, findest du in der Übersicht.
Launch-Preis, Early Bird und Rabatte richtig einsetzen
Rabatte sind kein Preismodell, sondern ein Werkzeug – und die meisten setzen es falsch ein. Drei Regeln:
- Early Bird statt Dauerrabatt: Die ersten 48 Stunden oder die ersten 20 Plätze zum tieferen Preis belohnen schnelle Entscheider und geben deinem Launch Schwung. Danach gilt der volle Preis – und zwar wirklich.
- Nie unter den kommunizierten Preis rutschen: Wer einmal erlebt, dass dein 197-€-Kurs zwei Wochen später 97 € kostet, wartet beim nächsten Mal. Rabatte immer mit Grund und Frist: Launch, Black Friday, Jubiläum.
- Bonus statt Preisnachlass: Ein zusätzliches Modul, eine Vorlage oder ein Gruppen-Call kosten dich wenig, erhöhen den wahrgenommenen Wert aber deutlich. Der Preis bleibt stabil.
Technisch brauchst du dafür nur einen Rabattcode mit Ablaufdatum oder Limit – bei Creatordoor legst du beides in einer Minute an, siehe Rabattcodes.
Preis testen und erhöhen: der Fahrplan
Dein erster Preis ist eine Hypothese, kein Urteil. So gehst du vor:
- Launch 1: Starte in der Mitte der passenden Preisstufe, zum Beispiel 149 € für einen Hauptkurs. Sammle Feedback und Erfahrungsberichte.
- Launch 2: Erhöhe um 20 bis 30 % (auf 179 bis 197 €) und ergänze die Verkaufsseite mit den Erfahrungsberichten. Frühere Käufer bleiben natürlich drin – kommuniziere die Erhöhung sogar aktiv, das erzeugt Nachfrage vor dem Stichtag.
- Launch 3 und später: Prüfe, ob eine Betreuungs-Stufe sinnvoll ist. Oft lohnt sich ein zweites Angebot «Kurs + Community» für das Doppelte mehr als eine weitere Preiserhöhung des Basiskurses.
Ein einfacher Test: Wenn niemand über den Preis meckert, ist er zu tief. Zwei bis drei Nachfragen pro Launch («Gibt es Ratenzahlung?») sind das gesunde Mass.
Die 5 häufigsten Preisfehler
- Aufwand statt Ergebnis rechnen: 40 Stunden Arbeit sind kein Argument für den Preis. Das Ergebnis der Kunden ist es.
- Sich am Marktplatz orientieren: Udemy-Preise gelten für Udemy. Auf deiner eigenen Seite verkaufst du dich, nicht eine Videosammlung.
- Zu viele Preisoptionen: Drei Varianten (Basic, Plus, VIP) sind das Maximum. Bei fünf Optionen kaufen die Leute keine.
- Preis verstecken: Wer den Preis erst nach dem Gespräch nennt, verliert alle, die nicht anrufen wollen. Unter 1'000 € gehört der Preis auf die Seite.
- Nie erhöhen: Dein Kurs wird mit jedem Launch besser, dein Ruf auch. Der Preis sollte mitwachsen.
Fazit: Setze den Preis, den das Ergebnis wert ist
Der richtige Preis für deinen Onlinekurs ergibt sich aus vier Faktoren: dem Ergebnis, der Zielgruppe, der Betreuung und dem Vertrauen in dich. Ordne deinen Kurs in eine der vier Preisstufen ein, rechne rückwärts vom Umsatzziel, biete ab 300 € eine Ratenzahlung an und erhöhe mit jedem Launch.
Die allgemeinen Preisstrategien für Creator – von der Ankerpreis-Methode bis zum Bundle – findest du in Digitale Produkte richtig bepreisen. Und wenn dein Kurs noch nicht steht: Der komplette Leitfaden Onlinekurs erstellen führt dich von der Idee bis zum Launch.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Onlinekurs im Durchschnitt?
Selbstlern-Kurse von unabhängigen Creatorn im deutschsprachigen Raum liegen meist zwischen 99 und 299 €. Mini-Kurse starten bei etwa 29 €, betreute Programme mit Community oder Live-Calls kosten 300 bis 900 €, Premium-Programme mit direktem Zugang zum Anbieter 1'000 € und mehr. Marktplatz-Preise von 10 bis 20 € sind für eigene Kurse kein sinnvoller Massstab.
Kann ich den Preis meines Onlinekurses später erhöhen?
Ja, und du solltest es. Bestehende Kunden behalten ihren Zugang zum alten Preis, neue Kunden zahlen den neuen. Kommuniziere die Erhöhung mit einer Frist («ab 1. März 197 € statt 149 €») – das bringt in der Regel einen spürbaren Verkaufsschub vor dem Stichtag. Sinnvoll ist eine Erhöhung nach jedem Launch, in dem du neue Erfahrungsberichte oder Inhalte gesammelt hast.
Soll ich meinen ersten Onlinekurs günstig anbieten?
Günstig ja, billig nein. Ein Einstiegspreis in der Mitte der passenden Stufe – zum Beispiel 149 € für einen Hauptkurs – ist beim ersten Launch völlig in Ordnung. Ein Preis von 19 € signalisiert dagegen wenig Wert, zieht die falschen Kunden an und lässt sich später nur schwer verzehnfachen. Wenn du unsicher bist, biete lieber einen zeitlich begrenzten Early-Bird-Rabatt an als einen dauerhaft tiefen Preis.
Welche Zahlungsmethoden sollte ich anbieten?
Mindestens Kreditkarte, PayPal und – im deutschsprachigen Raum wichtig – Kauf auf Rechnung oder Ratenkauf über Klarna sowie TWINT für die Schweiz. Ab etwa 300 € steigert eine Ratenzahlung die Conversion deutlich. Bei Creatordoor sind alle gängigen Zahlungsmethoden ohne eigene Verträge mit Zahlungsanbietern verfügbar.
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